(* 3. Juni 1828 in Ludwigsburg in Württemberg; 10. August 1901 in München) war ein deutscher Maler.
Otto von Faber du Faur war der Sohn des Generals und Schlachtenmalers Christian Wilhelm von Faber du Faur. Seine erste künstlerische Ausbildung bekam er durch seinen Vater.
Nach Absolvierung seiner Schulzeit trat Faber du Faur in die Armee ein und nahm bereits als württembergischer Rittmeister 1866 am Krieg gegen Preußen teil. Im darauffolgenden Jahr nahm er seinen Abschied. Durch seinen Vater hatte er die Bekanntschaft mit dem Münchner Historienmaler Alexander von Kotzebue gemacht und wurde 1851 für sechs Monate sein Schüler.
1852 erhielt er einen einjährigen Sonderurlaub sowie ein Stipendium des Württembergischen Königshauses, um sich in Paris im Atelier von Adolphe Yvon in der Schlachtenmalerei weiterzubilden. Hier begeisterte er sich jedoch für Maler wie Géricault, Decamps und besonders für Eugène Delacroix, mit dem er in späteren Jahren auch des öfteren verglichen wurde. Nach seiner Rückkehr wurde er Adjutant des Kommandeurs der württembergischen Kavalleriedivision und erhielt auch weiterhin ausreichende Möglichkeiten sich an der Stuttgarter Kunstschule weiterzubilden.
Es folgten weitere Studienreisen nach Paris, die ihn mit Courbet, Rousseau und vor allem Adolphe Monticelli vertraut machten .
1867 tauschte er nun endgültig die zumindest finanziell sichere Offizierslaufbahn gegen den unsicheren Künstlerberuf und hatte dabei eine mittlerweile neunköpfige Familie zu ernähren.
1869 trat er (vielleicht nur auf Wunsch des württembergischen Königshauses) in das damals führende Lehratelier des Historienmalers Karl von Pilotys an der Akademie der Bildenden Künste in München ein.
In den siebziger Jahren entstanden dann im Auftrag der Königlichen Gemäldesammlung in Stuttgart mehrere großformatige Gemälde, welche seinen Ruf als bedeutendster deutscher Schlachtenmaler begründeten. Doch bereits das 1881 entstandene Gemälde "Schlacht bei Coeilly" ruft eine Reihe von Kritikern auf den Plan, welche eine gewissenhafte Durcharbeitung vermissen (Dem Kunsthistoriker Theodor Musper erschien der Hintergrund wie eine Vorahnung von Cézanne.
Ab 1881 entstand im Auftrag der Stadt Hamburg und gemeinsam mit Carl von Häberlin und Robert Haug das Panorama (monumentales Rundgemälde) der "Schlacht bei Wörth", welches u. a. auf der Pariser Weltausstellung einen außerordentlichen Erfolg erzielte.
Wohl auf Anregung Häberlins, der bereits 1880 eine Studienreise nach Tunis unternommen hatte, reiste Faber du Faur 1883 für ein halbes Jahr nach Marokko. Diese Reise hatte großen Einfluss auf die weitere künstlerische Entwicklung. Beeindruckt von der faszinierenden Helligkeit des afrikanischen Sommerlichts, der Wüstenlandschaft und den beduinischen Reiterstämmen, entwickelte er einen freien, expressiven Kolorismus. Die eigentlichen Themen waren für ihn nur noch ein Vorwand für die Darstellung von Farbeffekten.
Je weiter sich Faber du Faur entwickelte, desto mehr geriet er in Isolation und wurde von seinen früheren Auftraggebern gemieden. Er rang um Anerkennung, aber sowohl die offiziellen Künstlerkreise - damals noch dem Naturalismus verhaftet, wie auch das Publikum konnten ihm nicht mehr zu folgen. Völlig unverstanden und isoliert stirbt er am 10. August 1901 in München.
Der endgültige Durchbruch gelang ihm gewissermaßen erst zwanzig Jahre nach seinem Tode, als der Expressionismus den Expressionisten Faber du Faur einholte. Einer jüngeren, am Impressionismus gereiften und farbig sensibler empfindenden Generation, erschloß sich die hohe Qualität seiner Malerei.
1927 fand in der Berliner Nationalgalerie jedoch die letzte große Ausstellung (160 seiner Gemälde) statt. Denn mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten verschwanden seine Werke in den Depots der Museen und nur an den Maler "großformatiger Schlachtengemälde" konnte man sich in den nächsten Jahrzehnten noch vage erinnern.
Im Herbst 2002 fand in der Galerie im Helferhaus in Backnang nach langer Zeit wieder eine Ausstellung mit Werken Otto von Faber du Faurs statt.
Der Maler Hans von Faber du Faur war sein Sohn.
*Artikel Otto von Faber du Faur. In: Wikipedia,
Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 31. Januar 2007, 12:53 UTC.
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(Abgerufen: 5. März 2007, 08:33 UTC)*
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